Artgerechte Hundeernährung: So sieht ein hochwertiger Napf aus

Artgerechte Hundeernährung: So sieht ein hochwertiger Napf aus

Stefan Schneider

Artgerechte Hundeernährung: So sieht ein hochwertiger Napf aus 🥩🐶✨

Was wir unserem Flauschfreund Tag für Tag in den Napf legen, ist weit mehr als bloße Sättigung. Nahrung liefert Baustoffe für Muskulatur und Gewebe, Energie für Bewegung und Alltag sowie Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren und Wasser für unzählige Stoffwechselprozesse.

Und trotzdem ist es erstaunlich schwer, die Qualität eines Hundefutters auf den ersten Blick zu erkennen.

„Premium“, „natürlich“, „fleischreich“, „getreidefrei“, „mit Superfoods“ oder „nach dem Vorbild des Wolfes“ klingt überzeugend. Doch ein hochwertiger Napf entsteht nicht aus einzelnen Schlagworten. Er muss den Hund zuverlässig mit Energie und allen notwendigen Nährstoffen versorgen, zur jeweiligen Lebensphase passen, gut verträglich sein und im Alltag funktionieren.

Genau dort beginnt für uns artgerechte Hundeernährung.

Wir verstehen darunter weder romantische Wildnisvorstellungen noch die Forderung, einen Haushund genauso zu ernähren wie einen Wolf. Unser Flauschfreund lebt mit uns, bewegt sich anders, wird medizinisch betreut, erreicht häufig ein hohes Alter und besitzt je nach Größe, Aktivität, Gesundheitszustand und Lebensphase sehr unterschiedliche Bedürfnisse.

Trotzdem möchten wir den Napf möglichst konsequent vom Körper unseres Hundes her denken.

Hochwertige tierische Zutaten bilden für uns deshalb das Fundament. Pflanzliche Bestandteile dürfen sinnvoll ergänzen. Getreide möchten wir dagegen möglichst wenig in einer hochwertigen Rezeptur sehen. Unser bevorzugter Napf ist getreidefrei oder sehr getreidearm, ohne daraus eine starre Ideologie zu machen.

Ein Satz eines wirklich großartigen Tierarztes ist uns bis heute tief im Herzen geblieben. Er sagte damals mit einem feinen Lächeln zu uns, dass er uns das eigentlich gar nicht so sagen dürfte, aber: Hochwertiges und gutes Hundefutter sei oft das Beste für die Gesundheit unseres Hundes und zugleich nicht gerade das Beste für die eigene Praxis.

Natürlich kann selbst das beste Futter Krankheiten nicht verhindern und ersetzt weder Vorsorge noch tierärztliche Behandlung. Der Gedanke dahinter gefällt uns trotzdem bis heute: Was jeden Tag im Napf landet, ist keine Nebensache.

Wenn wir hier auf echte Qualität achten, investieren wir nicht einfach nur in Futter, sondern in gute Versorgung, Wohlbefinden, körperliche Stabilität und hoffentlich viele kostbare gemeinsame Jahre. 💚

1. Artgerecht bedeutet für uns vor allem bedarfsgerecht 🐾

Der Begriff „artgerecht“ wird in der Hundeernährung sehr unterschiedlich verwendet. Für uns bedeutet er vor allem, dass wir die biologischen und ernährungsphysiologischen Bedürfnisse unseres Hundes ernst nehmen.

Nach heutigem Forschungsstand braucht ein Hund eine vollständige, ausgewogene und zur jeweiligen Lebensphase passende Versorgung. Die European Pet Food Industry Federation (FEDIAF; europäischer Verband der Heimtierfutterindustrie) veröffentlicht hierfür wissenschaftlich erarbeitete Ernährungsleitlinien. Auch tiermedizinische Fachquellen unterscheiden den Nährstoffbedarf nach Wachstum, Erwachsenenalter, Fortpflanzung, Aktivität und weiteren individuellen Faktoren.

Ein hochwertiger Napf muss mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen.

Er braucht ausreichend Protein und essenzielle Aminosäuren für Muskulatur, Haut, Fell, Enzyme, Hormone, Immunfunktionen und Reparaturprozesse.

Er benötigt Fette und essenzielle Fettsäuren als konzentrierte Energiequelle, als Bestandteile von Zellmembranen und für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.

Dazu kommen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, deren Mengen zwar klein erscheinen, die aber für unzählige Stoffwechselvorgänge unverzichtbar sind.

Und schließlich gibt es einen Nährstoff, der auf Futterverpackungen selten im Rampenlicht steht: Wasser.

Wasser ist für Kreislauf, Temperaturregulation, Nährstofftransport, Verdauung und Ausscheidung unverzichtbar. Nassfutter bringt bereits einen großen Anteil Flüssigkeit mit. Trockenfutter enthält erheblich weniger Wasser, weshalb die zusätzliche Wasseraufnahme besonders wichtig ist. Frisches Trinkwasser sollte deshalb unabhängig von der Fütterungsform jederzeit verfügbar sein.

Auch Kohlenhydrate dürfen wir nicht pauschal verteufeln. Hunde können gut aufgeschlossene Stärke verdauen und zur Energiegewinnung nutzen. Daraus folgt allerdings nicht, dass ein hochwertiger Napf große Mengen Getreide oder andere Stärkequellen enthalten muss.

Für uns ist die entscheidende Unterscheidung:

Verwertbarkeit ist nicht gleich Notwendigkeit und Notwendigkeit ist nicht gleich Qualitätsideal.

Ähnlich differenziert betrachten wir Ballaststoffe. Sie sind nicht automatisch nutzlose Füllmasse. Je nach Art können sie Darmbewegung und Kotkonsistenz beeinflussen und als Nahrung für bestimmte Darmbakterien dienen.

Mit dem Mikrobiom meinen wir die Gemeinschaft von Mikroorganismen, die unter anderem im Darm lebt und dort an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Ein Teil unverdaulicher beziehungsweise fermentierbarer Kohlenhydrate kann für dieses mikrobielle Ökosystem durchaus sinnvoll sein.

Gute Hundeernährung besteht deshalb weder aus „nur Fleisch“ noch aus möglichst vielen vermeintlichen Superfoods. Sie besteht aus einer vollständigen Ration mit sinnvoller Gewichtung ihrer Bestandteile.

Dabei darf eine wichtige Unterscheidung nicht fehlen: Ein Alleinfuttermittel ist dafür vorgesehen, bei bestimmungsgemäßer Fütterung den täglichen Nährstoffbedarf vollständig abzudecken. Ein Ergänzungsfuttermittel, Snack oder Kauartikel ist das nicht automatisch.

Gerade Produkte, die besonders pur oder natürlich wirken, sollten deshalb immer darauf geprüft werden, ob sie tatsächlich zur dauerhaften alleinigen Fütterung geeignet sind.

2. Protein, Fett und Mikronährstoffe: Was unseren Hund wirklich versorgt 🥩🩺

Protein wird bei Hundefutter häufig auf eine einzige Zahl reduziert: den Rohproteingehalt.

Für eine hochwertige Beurteilung reicht uns das nicht.

Proteine bestehen aus Aminosäuren. Einige davon muss der Hund über seine Nahrung aufnehmen, weil sein Körper sie nicht in ausreichender Menge selbst herstellen kann. Sie werden unter anderem für Muskulatur, Organgewebe, Haut, Fell, Enzyme, Hormone und Immunfunktionen benötigt.

Deshalb interessiert uns nicht nur, wie viel Protein ein Futter enthält, sondern auch, woher es stammt und wie gut es genutzt werden kann.

Hochwertiges Muskelfleisch kann eine ausgezeichnete Proteinquelle sein. Dasselbe gilt für Fisch und Ei. Auch Innereien verdienen eine faire Einordnung. Leber, Niere oder andere geeignete Organe sind richtig dosiert keine minderwertigen Abfälle, sondern können Vitamine, Mineralstoffe und weitere Nährstoffe konzentriert liefern.

Gerade bei Innereien zeigt sich allerdings: Mehr ist nicht automatisch besser. Eine ausgewogene Ration lebt von den richtigen Mengenverhältnissen.

Auch pflanzliche Zutaten tragen zum gemessenen Proteinwert eines Futters bei. Erbsen, Linsen, Kartoffelprotein oder andere pflanzliche Proteinquellen können den analytischen Rohproteingehalt erhöhen.

Pflanzliches Protein ist damit nicht automatisch schlecht oder wertlos. Die reine Prozentzahl sagt uns aber noch nicht, wie stark die Rezeptur tatsächlich tierisch geprägt ist.

Deshalb lesen wir einen hohen Proteinwert niemals isoliert.

Ähnlich wichtig ist Fett.

Fett ist kein unerwünschtes Extra, sondern ein zentraler Bestandteil der Ernährung. Es liefert mehr Energie pro Gramm als Protein oder Kohlenhydrate und trägt essenzielle Fettsäuren. Außerdem unterstützt es die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

Wie viel Fett sinnvoll ist, hängt stark vom einzelnen Hund ab. Ein junger, sehr aktiver Hund kann andere Anforderungen haben als ein ruhiger Senior. Eine säugende Hündin benötigt eine völlig andere Energiedichte als ein erwachsener Familienhund im normalen Alltag.

Entscheidend ist deshalb nicht „viel Fett“ oder „wenig Fett“, sondern die richtige Menge im richtigen Zusammenhang.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Fettsäuren. Fisch und bestimmte Fischöle können beispielsweise langkettige Omega-3-Fettsäuren liefern. Pflanzliche Öle wie Leinöl können ebenfalls interessante Fettsäuren beitragen, besitzen jedoch ein anderes Profil und sind deshalb nicht automatisch gleichwertig austauschbar.

Noch feiner wird die Ernährung bei Mineralstoffen und Spurenelementen.

Calcium und Phosphor sind unter anderem für Knochen und Zähne bedeutsam. Besonders im Wachstum müssen Energie- und Mineralstoffversorgung zueinander passen.

Jod wird für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Zink ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt unter anderem für Haut und Fell eine Rolle. Eisen ist für den Sauerstofftransport im Blut wichtig. Kupfer, Selen, Magnesium und viele weitere Mikronährstoffe erfüllen ebenfalls lebenswichtige Aufgaben.

Genau hier sehen wir, warum ein Napf mit wunderbaren Zutaten trotzdem unvollständig sein kann.

Ein Stück Fleisch, etwas Gemüse und ein Schuss Öl sehen frisch und hochwertig aus. Daraus entsteht aber noch keine langfristig ausgewogene Hunderation.

Natürlichkeit allein genügt nicht. Vollständigkeit zählt.

3. Verdauungsphysiologie: Warum der Hund kein kleiner Mensch ist 🧬🐶

Der Hund gehört zoologisch zur Ordnung der Carnivora, also der Raubtiere. Daraus dürfen wir allerdings nicht den Schluss ziehen, er sei ein obligater Fleischfresser, der ausschließlich tierische Nahrung verdauen könne.

Das trifft auf den Haushund nicht zu.

Seine Verdauungsphysiologie besitzt trotzdem deutlich carnivor geprägte Merkmale.

Im Vergleich zu ausgeprägten Pflanzenfressern ist sein Verdauungstrakt relativ einfach aufgebaut und wesentlich weniger auf lange Fermentationsprozesse großer Mengen schwer aufschließbarer Pflanzenfasern spezialisiert.

Der oft zitierte „kürzere Darm des Carnivoren“ ist deshalb ein sinnvolles Puzzleteil, aber kein alleiniger Beweis dafür, welche Zutaten ein Hund verdauen kann oder welche Rezeptur automatisch die beste ist.

Auch gegenüber einem Omnivoren, also einem Allesfresser wie dem Menschen, bestehen Unterschiede.

Wir Menschen zerkleinern unsere Nahrung normalerweise durch längeres Kauen und mahlende Bewegungen stärker. Außerdem beginnt bei uns die Verdauung von Stärke bereits deutlich in der Mundhöhle über die Speichel-Amylase.

Beim Hund spielt dieser Weg nur eine sehr geringe Rolle.

Seine Stärkeverdauung findet überwiegend weiter hinten im Verdauungstrakt statt.

Im Magen wird die Nahrung durchmischt und mit Magensaft versetzt. Die saure Umgebung und proteinspaltende Enzyme leiten dort wichtige Schritte der Proteinverdauung ein.

Anschließend gelangt der Nahrungsbrei in den Dünndarm.

Hier wird es besonders spannend.

Die Bauchspeicheldrüse stellt verschiedene Verdauungsenzyme bereit. Die Pankreas-Amylase spaltet Stärke in kleinere Kohlenhydratstrukturen. Weitere Enzyme an der Oberfläche der Darmzellen zerlegen diese anschließend weiter, sodass schließlich Einfachzucker aufgenommen werden können.

Auch Proteine werden durch verschiedene Enzyme in kleinere Peptide und Aminosäuren zerlegt, die anschließend über die Darmwand aufgenommen werden.

Bei der Fettverdauung unterstützt Galle die Verteilung der Fette im Darminhalt. Fettspaltende Enzyme zerlegen sie weiter, damit ihre Bestandteile aufgenommen werden können.

Für unsere Ernährungsphilosophie ergibt sich daraus eine wichtige Erkenntnis:

Ein gesunder Hund kann gut aufgeschlossene Stärke verdauen.

Die pauschale Aussage, Hunde könnten Kohlenhydrate grundsätzlich nicht verwerten, wäre wissenschaftlich nicht sauber.

Aber daraus folgt ebenso wenig, dass große Mengen Stärke automatisch eine besonders hochwertige Grundlage bilden.

Zwischen

„kann verdaut werden“

und

„soll den Napf tragen“

liegt für uns ein entscheidender Unterschied.

Auch der Dickdarm spielt eine Rolle. Bestimmte Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die im Dünndarm nicht vollständig aufgenommen wurden, können dort durch Darmmikroorganismen fermentiert werden. Dabei entstehen unter anderem kurzkettige Fettsäuren, die wiederum Funktionen im Darm erfüllen können.

Ballaststoffe sind deshalb nicht grundsätzlich schlecht, nur weil sie pflanzlichen Ursprungs sind.

Ebenso wenig möchten wir in eine einfache Lagerlogik verfallen:

Tierisch ist nicht automatisch immer gut und pflanzlich nicht automatisch immer schlecht.

Entscheidend ist die ernährungsphysiologische Funktion innerhalb der gesamten Ration.

Unsere Schlussfolgerung bleibt trotzdem klar: Der Hund kann pflanzliche Komponenten und aufgeschlossene Stärke nutzen. Das Fundament eines hochwertigen Napfes möchten wir dennoch deutlich tierisch geprägt sehen.

4. Getreide im Hundefutter: so wenig wie sinnvoll möglich 🌾🐶

Bei Getreide vertreten wir eine klare, aber bewusst nicht dogmatische Position.

Unser Qualitätsideal lautet:

So wenig Getreide wie sinnvoll möglich und nicht als tragende Grundlage eines hochwertigen Futters.

Wir bevorzugen deshalb getreidefreie oder sehr getreidearme Rezepturen.

Ein kleiner Anteil Hafer, Reis oder eines anderen Getreides macht ein ansonsten hochwertiges, vollständiges und gut verträgliches Futter für uns jedoch nicht automatisch schlecht.

Warum bleiben wir trotzdem zurückhaltend?

Weil wir bei einem Premium-Napf andere Prioritäten setzen möchten.

Wenn ein erheblicher Teil einer Rezeptur aus Weizen, Mais, Reis, Gerste oder anderen Getreidearten besteht, wird entsprechend viel Futtermasse über Stärke und pflanzliche Rohstoffe getragen.

Wir wünschen uns stattdessen eine deutlich erkennbare hochwertige tierische Grundlage.

Getreide ist damit für uns weder pauschal giftig noch automatisch unverträglich. Unsere Haltung ist eine Qualitätspräferenz und keine toxikologische Behauptung.

Dieser Unterschied ist wichtig.

Ebenso wichtig ist die Gegenrichtung:

Getreidefrei ist noch kein Gütesiegel.

Ein Futter kann ohne ein einziges Getreidekorn auskommen und trotzdem überwiegend aus Kartoffelstärke, Erbsen, Linsen, Kichererbsen oder anderen pflanzlichen Rohstoffen bestehen. Dann wurde das Getreide lediglich durch andere Stärke- und Proteinquellen ersetzt.

Kartoffeln, Süßkartoffeln und Hülsenfrüchte möchten wir deshalb ebenfalls nicht pauschal bewerten.

Gut gegarte Kartoffeln und Süßkartoffeln können eine verwertbare Energiequelle darstellen. Hülsenfrüchte können Stärke, Ballaststoffe und pflanzliches Protein beitragen.

Für uns entscheidet immer ihre Rolle innerhalb der Gesamtkomposition.

Kleine bis moderate Mengen innerhalb einer deutlich tierisch getragenen Rezeptur können völlig stimmig sein. Kritischer schauen wir hin, wenn mehrere pflanzliche Protein- und Stärkequellen weit vorne in der Zutatenliste auftauchen und gemeinsam einen erheblichen Teil der Ration stellen.

Auch die Diskussion um die dilatative Kardiomyopathie (DCM) zeigt, warum einfache Schwarz-Weiß-Erklärungen problematisch sind. DCM ist eine Erkrankung des Herzmuskels. In den USA wurden über mehrere Jahre mögliche Zusammenhänge zwischen bestimmten Ernährungsformen und nicht erblich bedingten DCM-Fällen untersucht.

Dabei fielen unter anderem Rezepturen auf, in denen Erbsen und andere Hülsenfrüchte beziehungsweise bestimmte pflanzliche Zutaten eine größere Rolle spielten. Ein einfacher Zusammenhang nach dem Muster „getreidefrei verursacht DCM“ ließ sich jedoch nicht belegen.

Für unseren Napf ist daraus vor allem eine praktische Erkenntnis wichtig:

Keine einzelne Zutat sollte nur deshalb in großen Mengen eingesetzt werden, weil sie ein anderes unerwünschtes Zutatenprofil ersetzt.

Ein hochwertiges getreidefreies Futter sollte nicht lediglich ein getreidehaltiges Stärkefutter mit anderen Pflanzenquellen sein.

Unsere FlauschPalast-Linie lautet deshalb:

Tierische Qualität zuerst. Pflanzliche Begleiter gezielt einsetzen. Getreide möglichst klein halten und nicht zum Fundament des Napfes machen. 💚

5. Wie wir eine hochwertige Zusammensetzung beurteilen 🔎🥩

Die Zutatenliste ist wichtig, erzählt aber niemals die ganze Geschichte.

Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA; weltweiter Verband für Kleintiermedizin) weist darauf hin, dass sich die ernährungsphysiologische Qualität eines Futters nicht allein aus den Namen seiner Zutaten ableiten lässt.

Eine Zutatenliste sagt beispielsweise nicht automatisch, wie gut ein Rohstoff verdaulich ist oder welche Bioverfügbarkeit seine Nährstoffe besitzen. Mit Bioverfügbarkeit meinen wir, wie gut ein Nährstoff vom Körper aufgenommen und tatsächlich genutzt werden kann.

Auch Herstellungsqualität, Rezepturentwicklung, Qualitätskontrollen und die vollständige Nährstoffversorgung lassen sich aus der Zutatenliste allein kaum erkennen.

Trotzdem verrät sie uns einiges.

Eine klar erkennbare tierische Grundlage gefällt uns grundsätzlich gut. Dazu können Muskelfleisch, Fisch, Innereien, Ei und geeignete tierische Fette gehören.

Wichtig ist allerdings nicht nur ein möglichst hoher werbewirksamer Fleischprozentsatz.

Ein Futter muss am Ende vollständig funktionieren.

Auch pflanzliche Bestandteile dürfen sichtbar sein. Kürbis, Karotte, Zucchini, Beeren oder Kräuter können sinnvolle Begleiter darstellen. Kartoffeln, Süßkartoffeln und Hülsenfrüchte können Energie, Ballaststoffe oder Struktur liefern.

Entscheidend bleibt ihre Gewichtung.

Bei einem Hauptfutter achten wir besonders darauf, ob es als Alleinfuttermittel deklariert ist und für welche Lebensphase es vorgesehen ist.

Das ist wichtiger, als es auf den ersten Blick klingt.

Ein besonders fleischiges Menü kann wunderschön aussehen. Wenn es aber nur als Ergänzungsfuttermittel gedacht ist, deckt es den täglichen Bedarf nicht zwangsläufig vollständig.

Auch die analytischen Bestandteile müssen richtig interpretiert werden.

Gerade beim Vergleich von Nass- und Trockenfutter entstehen häufig Fehlurteile.

Ein Nassfutter kann beispielsweise 10 Prozent Rohprotein ausweisen, während ein Trockenfutter 30 Prozent enthält. Daraus folgt nicht, dass das Trockenfutter dreimal so proteinreich ist.

Der Grund ist Wasser.

Nassfutter enthält typischerweise erheblich mehr Feuchtigkeit. Die auf dem Etikett genannten Prozentwerte beziehen sich aber auf das Produkt in seinem jeweiligen Zustand.

Für einen faireren Vergleich kann deshalb die Trockensubstanzbasis verwendet werden. Dabei wird der Wasseranteil rechnerisch herausgenommen und anschließend verglichen, wie hoch beispielsweise Protein oder Fett in der verbleibenden Trockenmasse sind.

Ein einfaches Beispiel:

Enthält ein Nassfutter 80 Prozent Feuchtigkeit, bleiben nur 20 Prozent Trockensubstanz. Sind darin 10 Prozent Rohprotein angegeben, entspricht das bezogen auf die Trockensubstanz rechnerisch einem deutlich höheren Anteil.

Genau deshalb vergleichen wir niemals nur zwei Zahlen auf zwei Verpackungen.

Ähnlich wichtig ist die Energiedichte.

Ein Futtermittel kann pro 100 Gramm deutlich mehr Energie liefern als ein anderes. Deshalb bedeutet eine kleinere empfohlene Portion nicht automatisch, dass ein Hund weniger bekommt.

Ein konzentriertes Futter kann mit weniger Gramm auskommen.

Das macht eine kleine Tagesration allerdings nicht automatisch zum Qualitätsbeweis. Entscheidend ist, dass der Hund mit dieser Menge tatsächlich vollständig versorgt wird.

Zusätzlich interessiert uns:

Wer entwickelt die Rezeptur? Gibt es ernährungswissenschaftliche Fachkompetenz? Wie werden Rohstoffe und fertige Produkte kontrolliert? Können weiterführende Nährstoffinformationen bereitgestellt werden? Ist die Kaloriendichte nachvollziehbar?

Und dann kommt unser wichtigster Realitätstest:

Wie geht es unserem Hund damit?

6. Nassfutter oder Trockenfutter: Qualität ist keine Frage der Form 🥣

Nass- und Trockenfutter können beide hochwertig oder weniger hochwertig aufgebaut sein.

Nassfutter enthält viel Feuchtigkeit. Das kann besonders bei Hunden angenehm sein, die von sich aus wenig trinken. Viele Hunde mögen außerdem Aroma und weiche Konsistenz.

Der hohe Wasseranteil führt jedoch dazu, dass die analytischen Werte anders aussehen als bei Trockenfutter. Deshalb sollten wir die Qualität nicht allein anhand vermeintlich niedriger Proteinprozente beurteilen.

Entscheidend bleibt auch hier: vollständige Versorgung, Zutatenqualität, Energiedichte und Verträglichkeit.

Trockenfutter besitzt deutlich weniger Feuchtigkeit und ist entsprechend konzentrierter. Es lässt sich gut lagern, einfach portionieren und unterwegs bequem einsetzen.

Bei Trockenfutter schauen wir besonders genau auf die Stärkequellen. Für die Herstellung einer stabilen Krokette werden technologisch stärkehaltige Bestandteile benötigt. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Rezeptur schlecht ist. Es macht aber die Gewichtung dieser Zutaten besonders interessant.

Unser bevorzugtes Trockenfutter bleibt deshalb getreidefrei oder sehr getreidearm und deutlich tierisch geprägt.

Ganz gleich, welche Form wir wählen:

Frisches Wasser gehört immer dazu.

Auch eine Mischfütterung aus Nass- und Trockenfutter ist grundsätzlich möglich. Es gibt keinen physiologischen Grundsatz, wonach beide Futterarten niemals miteinander kombiniert werden dürften.

Entscheidend ist vielmehr, die gesamte Tagesenergie im Blick zu behalten. Wer morgens Trockenfutter und abends Nassfutter gibt, kann nicht einfach jeweils die volle Tagesration beider Produkte füttern.

Die Mengen müssen entsprechend angepasst werden.

Für empfindliche Hunde kann es zudem sinnvoll sein, Futterwechsel oder neue Kombinationen langsam einzuführen und die individuelle Verträglichkeit zu beobachten.

Am Ende gilt:

Qualität schlägt Darreichungsform.

7. BARF: naturnah gedacht, aber nicht automatisch besser 🥩

Die biologisch artgerechte Rohfütterung (BARF) spricht viele Hundehalter an, weil sie Kontrolle über die einzelnen Zutaten ermöglicht.

Wir verstehen diesen Gedanken sehr gut.

Fleisch, Innereien, Knochen, Fett und pflanzliche Komponenten sind sichtbar. Die Ration fühlt sich unmittelbar und wenig verarbeitet an.

Doch „roh“ bedeutet nicht automatisch „vollständig“.

Eine langfristige BARF-Ration muss unter anderem ausreichend Energie, essenzielle Aminosäuren, Fettsäuren, Calcium, Phosphor, Vitamine und Spurenelemente liefern.

Gerade das Verhältnis einzelner Mineralstoffe kann entscheidend sein.

Bei erwachsenen gesunden Hunden können Fehler längere Zeit unauffällig bleiben. Bei Welpen können unausgewogene Rationen dagegen während des Wachstums besonders problematisch werden.

Deshalb sollte eine BARF-Ration nicht nach Augenmaß aus „etwas Fleisch, ein paar Innereien und Gemüse“ zusammengestellt werden.

Der zweite große Punkt ist Hygiene.

Rohes Fleisch kann Krankheitserreger wie bestimmte Bakterien oder Parasiten enthalten. Das betrifft nicht nur den Hund selbst. Keime können über Hände, Arbeitsflächen, Näpfe oder Ausscheidungen auch in die menschliche Umgebung gelangen.

Besondere Vorsicht ist deshalb in Haushalten mit kleinen Kindern, älteren Menschen, Schwangeren oder immungeschwächten Personen sinnvoll.

Wer barft, sollte eine konsequente Küchen- und Futterhygiene genauso ernst nehmen wie die Qualität seiner Zutaten.

Für uns ist BARF deshalb weder grundsätzlich abzulehnen noch automatisch die beste Fütterungsform.

Es kann hochwertig sein, wenn es fachlich korrekt geplant und hygienisch sicher umgesetzt wird.

8. Selbstgekocht: viel Kontrolle, aber auch viel Verantwortung 🍲

Selbstgekochtes Hundefutter besitzt einen großen Vorteil: Wir wissen sehr genau, was im Topf landet.

Wir können Fleischquellen auswählen, einzelne Zutaten anpassen und bestimmte Komponenten meiden.

Doch gerade diese Freiheit bringt Verantwortung mit sich.

Ein selbstgekochter Napf ist nicht automatisch vollständig.

Fleisch, Kartoffeln, Gemüse und etwas Öl können appetitlich und hochwertig wirken. Langfristig können trotzdem Calcium, Jod, Zink, Kupfer, bestimmte Vitamine, essenzielle Fettsäuren oder andere Nährstoffe fehlen.

Deshalb ist für die dauerhafte Fütterung eine fachlich berechnete Ration sinnvoll.

Eine qualifizierte tiermedizinische Ernährungsberatung kann festlegen, welche Zutaten in welchen Mengen benötigt werden und welche Mineralstoff- oder Vitaminergänzungen notwendig sind.

Gerade bei Welpen, trächtigen oder säugenden Hündinnen sowie Hunden mit Erkrankungen sollten wir hier besonders sorgfältig sein.

Und was ist mit Huhn und Reis? 🍗🍚

Huhn mit Reis gehört zu den klassischen Hausmitteln bei Magen-Darm-Problemen.

Als kurzfristige, leicht verdauliche Ration kann eine solche Kombination in bestimmten Situationen sinnvoll sein, sofern sie zum jeweiligen Hund und seinem Gesundheitszustand passt.

Eine vollständige Dauerernährung ist sie jedoch nicht.

Reis liefert vor allem Stärke und Energie. Für unser persönliches Premium-Konzept ist er deshalb keine bevorzugte Hauptbasis.

Auch Kartoffeln und Süßkartoffeln sind stärkereiche Lebensmittel, dennoch sehen wir sie etwas flexibler. Gut gegart können sie in einer ausgewogenen Ration als Energiequelle dienen und lassen sich sinnvoll mit tierischen Zutaten und weiteren Komponenten kombinieren.

Entscheidend bleibt auch hier:

Begleiter ja. Fundament nein.

9. Der Napf verändert sich mit dem Leben unseres Hundes 🐕🦺

Ein Welpe braucht nicht dasselbe wie ein erwachsener Hund. Ein Senior unterscheidet sich vom jungen Sporthund. Und selbst zwei Hunde gleichen Alters und Gewichts können einen sehr unterschiedlichen Energiebedarf besitzen.

Welpen und Junghunde 🐾

Während des Wachstums entstehen Knochen, Muskulatur, Organe und viele körperliche Strukturen.

Mehr Futter bedeutet in dieser Phase nicht automatisch besseres Wachstum.

Besonders bei großen und sehr großen Hunderassen ist eine kontrollierte Entwicklung wichtig. Eine übermäßige Energiezufuhr kann das Wachstum unnötig beschleunigen.

Auch Calcium und Phosphor müssen in geeigneter Menge und Relation vorhanden sein.

Deshalb sollte ein Welpe ein vollständiges, für Wachstum beziehungsweise seine Größenklasse geeignetes Futter bekommen.

Mehrere kleinere Mahlzeiten sind in den ersten Lebensmonaten oft praktischer als eine oder zwei sehr große Portionen.

Erwachsene Hunde 🐶

Beim erwachsenen Hund geht es vor allem um Stabilität.

Gewicht, Muskulatur, Energie, Verdauung und allgemeines Wohlbefinden sollten möglichst konstant bleiben.

Die auf der Verpackung angegebene Futtermenge ist dabei lediglich ein Ausgangspunkt.

Ein aktiver Hund mit viel Bewegung kann deutlich mehr Energie benötigen als ein gleich schwerer, ruhiger Hund.

Aktive und sportliche Hunde 🏃🐕

Ein höherer Energiebedarf muss nicht zwangsläufig über einen immer größeren Napf gedeckt werden.

Je nach Belastung kann ein energiedichteres Futter sinnvoller sein.

Gerade bei sportlich arbeitenden Hunden spielt neben Protein auch die Fettversorgung eine wichtige Rolle.

Allerdings unterscheiden sich ein gelegentlich längerer Spaziergang und echte sportliche Dauerbelastung erheblich.

Wir sollten einen normalen Familienhund deshalb nicht automatisch wie einen Leistungshund füttern.

Senioren 🤍

Senioren benötigen keine pauschal „leichte“ oder proteinreduzierte Kost.

Mit zunehmendem Alter kann der Energiebedarf sinken, besonders wenn die Aktivität nachlässt. Gleichzeitig wird der Erhalt von Muskelmasse wichtiger.

Hochwertiges, gut verfügbares Protein bleibt deshalb auch im Alter wertvoll.

Erkrankungen von Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz oder anderen Organen können allerdings spezielle Ernährungsanforderungen verursachen. In solchen Situationen geht medizinische Individualisierung vor allgemeine Futterphilosophie.

Tragende und säugende Hündinnen 🍼

Trächtigkeit und vor allem Laktation stellen hohe Anforderungen an den Organismus.

Energie-, Protein- und Nährstoffbedarf können deutlich steigen.

Gerade hier sollte eine vollständig formulierte und für diese Lebensphase geeignete Ration eingesetzt werden.

Improvisation ist in solchen Phasen keine gute Ernährungsstrategie.

10. Futtermenge und Übergewicht: Qualität schützt nicht vor zu vielen Kalorien ⚖️

Auch das hochwertigste Futter kann zu viel sein.

Übergewicht entsteht vereinfacht gesprochen dann, wenn langfristig mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird.

Dabei ist es erstaunlich leicht, die tatsächliche Energieaufnahme zu unterschätzen.

Der Napf wird sauber abgewogen, aber zusätzlich gibt es Trainingshappen, Kauartikel, Käse, Wurst, einen kleinen Rest vom Tisch und vielleicht noch einen Keks vor dem Schlafengehen.

Jede einzelne Portion wirkt harmlos.

In Summe kann daraus ein erheblicher Kalorienüberschuss entstehen.

Als praktische Orientierung wird häufig empfohlen, Leckerlis und andere Extras auf höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen.

Die übrige Energie sollte möglichst aus einer vollständigen Hauptnahrung stammen.

Dabei liebt ein Hund häufig die Häufigkeit einer Belohnung stärker als ihre Größe.

Ein Trainingsleckerli muss nicht halb so groß wie der Hundekopf sein. 😄

Kleine Stücke ermöglichen viele positive Momente bei deutlich weniger zusätzlicher Energie.

Neben der Waage hilft uns die Körperform.

Die Rippen sollten gut fühlbar sein, ohne deutlich hervorzustehen. Von oben sollte eine Taille erkennbar sein. Seitlich sollte sich die Bauchlinie hinter dem Brustkorb anheben.

Für eine systematischere Bewertung gibt es den Body Condition Score (BCS), also ein standardisiertes Schema zur Einschätzung des Ernährungszustandes.

Gerade bei langhaarigen oder sehr flauschigen Hunden ist Fühlen oft wichtiger als Anschauen.

Übergewicht ist dabei keine reine Schönheitsfrage. Es kann Beweglichkeit und Lebensqualität beeinträchtigen und verschiedene Erkrankungen beziehungsweise körperliche Belastungen begünstigen.

Liebe zeigt sich deshalb nicht in einem ständig vollen Napf.

Manchmal zeigt sie sich darin, dem überzeugenden Labradorblick trotzdem standzuhalten. 🐶💚

11. Wenn Verdauung, Haut oder Fell auffällig werden 🩺

Ein Futter muss nicht nur auf dem Papier funktionieren.

Unser Flauschfreund muss damit zurechtkommen.

Eine stabile Körperkondition, gute Muskulatur, normale Aktivität, ruhige Verdauung, ein weitgehend unauffälliger Kot sowie gesunde Haut und gepflegtes Fell können Hinweise darauf sein, dass die Ernährung gut passt.

Umgekehrt verdienen anhaltende Veränderungen Aufmerksamkeit.

Dazu können beispielsweise gehören:

wiederkehrender Durchfall, dauerhaft sehr weicher Kot, häufiges Erbrechen, starke Blähungen, Bauchschmerzen, auffälliger Gewichtsverlust, ungewöhnlich große Kotmengen, wiederkehrender Juckreiz oder andere Haut- und Fellveränderungen.

Aber hier ist Differenzierung besonders wichtig.

Nicht jedes Verdauungsproblem ist eine Futtermittelunverträglichkeit.

Nicht jeder Juckreiz ist eine Futtermittelallergie.

Und nicht jedes Ohrproblem kommt aus dem Napf.

Eine Futtermittelallergie ist eine immunologisch vermittelte Reaktion. Eine Futtermittelunverträglichkeit kann dagegen ohne allergische Immunreaktion entstehen.

Die Beschwerden können ähnlich aussehen.

Wenn tatsächlich geklärt werden soll, ob bestimmte Futterbestandteile verantwortlich sind, ist eine sauber durchgeführte Eliminationsdiät unter fachlicher Begleitung häufig aussagekräftiger als ein wahlloser Wechsel zwischen immer neuen Futtersorten.

Bei starken, wiederkehrenden oder länger anhaltenden Beschwerden gehört deshalb eine tierärztliche Abklärung dazu.

12. Futterumstellung: lieber kontrolliert als von heute auf morgen 🔄🐶

Auch ein hochwertiges neues Futter kann Verdauungsprobleme verursachen, wenn die Umstellung sehr abrupt erfolgt.

Das Darmmikrobiom und die Verdauung müssen sich auf andere Rohstoffe, Fettmengen, Ballaststoffe oder Energiedichten einstellen.

Bei vielen gesunden Hunden ist deshalb eine schrittweise Umstellung sinnvoll.

Wir können beispielsweise über mehrere Tage zunehmend mehr vom neuen und weniger vom bisherigen Futter geben.

Wie langsam wir vorgehen sollten, hängt vom einzelnen Hund ab. Manche Flauschfreunde wechseln völlig problemlos. Andere reagieren schon auf kleine Veränderungen mit weichem Kot oder Bauchgrummeln.

Ein langsamer Wechsel ist deshalb keine starre medizinische Pflicht für jeden Hund, aber eine praktische Möglichkeit, empfindlichen Verdauungssystemen Zeit zur Anpassung zu geben.

Wird das Futter aufgrund einer medizinischen Erkrankung, Allergiediagnostik oder tierärztlichen Diät gewechselt, gelten selbstverständlich die individuellen Vorgaben der behandelnden Praxis.

13. Was niemals in den Napf gehört ☠️

Zu verantwortungsvoller Hundeernährung gehört auch zu wissen, welche Lebensmittel gefährlich werden können.

Trauben und Rosinen 🍇

Trauben und Rosinen können bei Hunden schwere Nierenschäden bis hin zum akuten Nierenversagen verursachen.

Die individuelle Empfindlichkeit lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Deshalb gibt es für uns keine Menge, mit der wir experimentieren würden.

Schokolade und Kakao 🍫

Schokolade enthält unter anderem Theobromin und Koffein.

Je höher der Kakaoanteil, desto problematischer kann ein Produkt werden. Besonders dunkle Schokolade und Backkakao enthalten hohe Konzentrationen.

Mögliche Folgen reichen von Magen-Darm-Beschwerden und Unruhe bis zu Herzrhythmusstörungen oder Krampfanfällen.

Xylit beziehungsweise Birkenzucker

Xylit kann bei Hunden eine gefährliche Unterzuckerung verursachen und in schweren Fällen die Leber schädigen.

Der Stoff steckt unter anderem in manchen zuckerfreien Kaugummis, Süßwaren, Backprodukten, Zahnpflegeprodukten und anderen Lebensmitteln.

Zwiebeln, Knoblauch und verwandte Pflanzen 🧅

Zwiebeln, Knoblauch und andere Vertreter der Allium-Gruppe können rote Blutkörperchen schädigen und eine hämolytische Anämie verursachen.

Problematisch sind nicht nur rohe ganze Zwiebeln. Auch Pulver, Gewürzmischungen, Soßen oder stark konzentrierte Produkte können relevant sein.

Alkohol und roher Hefeteig

Alkohol gehört selbstverständlich nicht in den Hundekörper.

Roher Hefeteig kann ebenfalls gefährlich werden. Er kann sich im Magen ausdehnen und während der Gärung Alkohol bilden.

Gekochte Knochen 🦴

Besonders gekochte Knochen können spröde werden und splittern.

Dadurch drohen Verletzungen in Maul, Speiseröhre oder Verdauungstrakt.

Auch rohe Knochen sind nicht grundsätzlich risikofrei. Zahnfrakturen, Verschlucken oder Darmprobleme sind möglich.

„Natürlich“ bedeutet deshalb auch hier nicht automatisch „ungefährlich“.

Hat unser Hund möglicherweise etwas Giftiges aufgenommen, sollten wir nicht erst auf deutliche Symptome warten, sondern möglichst schnell tierärztlichen Rat einholen.

14. Ernährung endet nicht am Rand des Napfes 🏰🐾

Ein hochwertiger Ernährungsalltag besteht nicht nur aus der Frage, welche Futtersorte wir kaufen.

Saubere Näpfe, frisches Wasser, hygienische Lagerung, eine korrekte Portionierung und bewusst eingesetzte Leckerlis gehören genauso dazu.

Auch die Art des Fressens kann eine Rolle spielen.

Ein Hund, der seine komplette Mahlzeit in wenigen Sekunden hinunterschlingt, kann von einer langsameren Fütterung profitieren. Schleckmatten, geeignete Futterspiele oder Anti-Schling-Lösungen können dabei helfen, Mahlzeiten ruhiger zu gestalten oder kleine Beschäftigungsaufgaben einzubauen.

In unserer Snack-Safari finden sich genau solche Begleiter für unterschiedliche Flauschfreunde.

Auch ein praktischer Leckerlibeutel kann im Training helfen, Belohnungen gezielter und kleiner einzusetzen, statt ständig unbewusst große Extras aus Jacken- oder Hosentaschen zu verteilen.

Solche Produkte ersetzen selbstverständlich keine hochwertige Ernährung.

Aber sie können helfen, einen guten Napf in eine ebenso gute Alltagsroutine einzubetten. ✨

FAQ: Hochwertige und artgerechte Hundeernährung 💚🐶

Brauchen Hunde Getreide?

Ein gesunder Hund kann gut aufgeschlossenes Getreide beziehungsweise die darin enthaltene Stärke grundsätzlich verdauen.

Eine ernährungsphysiologische Notwendigkeit, den Napf über Getreide zu tragen, ergibt sich daraus aber nicht.

Wir bevorzugen deshalb getreidefreie oder sehr getreidearme Futtermittel. Enthält eine ansonsten hochwertige und vollständige Rezeptur eine kleine Menge Hafer, Reis oder anderes Getreide, ist das für uns jedoch kein automatisches Ausschlusskriterium.

Entscheidend bleibt die Gewichtung.

Wie viel Getreide ist für uns noch in Ordnung?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Prozentgrenze, ab der ein Futter plötzlich gut oder schlecht wird.

Wir beurteilen die Gesamtkomposition.

Je weiter Getreide in den Vordergrund rückt und je stärker es hochwertige tierische Bestandteile verdrängt, desto weniger entspricht die Rezeptur unserem Qualitätsideal.

Unser Grundsatz lautet deshalb bewusst: so wenig wie sinnvoll möglich und nicht als Fundament des Futters.

Sind Kohlenhydrate schlecht für Hunde?

Nein.

Hunde können insbesondere gut aufgeschlossene Stärke enzymatisch verdauen und als Energiequelle nutzen.

Die bessere Frage lautet deshalb nicht, ob Kohlenhydrate grundsätzlich erlaubt sind, sondern woher sie stammen, in welcher Menge sie enthalten sind und welche Rolle sie in der gesamten Rezeptur übernehmen.

Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchte können deshalb durchaus Bestandteil eines hochwertigen Futters sein.

Ist getreidefrei automatisch hochwertiger?

Nein.

„Getreidefrei“ beschreibt zunächst lediglich die Abwesenheit von Getreide.

Ein getreidefreies Futter kann hochwertig tierisch geprägt sein. Es kann aber genauso große Mengen Kartoffelstärke, Erbsen, Linsen oder andere pflanzliche Zutaten enthalten.

Deshalb beurteilen wir nicht das Schlagwort auf der Vorderseite, sondern die komplette Rezeptur.

Woran erkennen wir gutes Hundefutter wirklich?

Wir achten auf mehrere Ebenen gleichzeitig:

eine vollständige Versorgung, eine zur Lebensphase passende Rezeptur, hochwertige und nachvollziehbare Protein- und Fettquellen, sinnvolle pflanzliche Komponenten, passende Energiedichte, transparente Herstellerinformationen und die tatsächliche Verträglichkeit beim Hund.

Eine Zutatenliste allein kann uns diese Gesamtbeurteilung nicht abnehmen.

Was bedeutet „Alleinfuttermittel“?

Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es bei bestimmungsgemäßer Fütterung den täglichen Nährstoffbedarf des Hundes für die vorgesehene Lebensphase abdecken soll.

Ein Ergänzungsfuttermittel, Snack oder Kauartikel erfüllt diese Funktion nicht automatisch.

Für eine dauerhafte Hauptfütterung ist diese Unterscheidung sehr wichtig.

Können wir Nass- und Trockenfutter mischen?

Grundsätzlich ja.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob beide Formen im selben Tagesplan vorkommen dürfen, sondern ob die gesamte Energie- und Nährstoffzufuhr stimmt.

Wer beide kombiniert, muss die jeweiligen Portionen entsprechend reduzieren und sollte bei empfindlichen Hunden die Verträglichkeit beobachten.

Ist Nassfutter besser als Trockenfutter?

Nicht grundsätzlich.

Nassfutter liefert mehr Feuchtigkeit und wird häufig sehr gerne gefressen. Trockenfutter ist energiedichter, gut lagerfähig und praktisch zu portionieren.

Beide Formen können hochwertig oder weniger hochwertig sein.

Für uns entscheidet deshalb die Rezeptur und nicht der Wassergehalt allein.

Warum sehen Proteinwerte bei Nassfutter so niedrig aus?

Weil Nassfutter einen hohen Wasseranteil besitzt.

Die analytischen Prozentangaben beziehen sich auf das Produkt inklusive Wasser. Deshalb lassen sich beispielsweise 10 Prozent Protein im Nassfutter nicht direkt mit 30 Prozent im Trockenfutter vergleichen.

Für einen besseren Vergleich kann der Nährstoffgehalt auf die Trockensubstanz umgerechnet werden.

Ist BARF automatisch die natürlichste und beste Ernährung?

Nein.

BARF kann sehr hochwertig zusammengestellt werden und bietet viel Kontrolle über einzelne Zutaten.

Es verlangt aber eine korrekte Nährstoffberechnung und konsequente Hygiene. Rohes Fleisch bringt zusätzliche mikrobiologische Risiken mit sich.

Ein roher Napf ist deshalb nicht automatisch vollständiger oder gesünder.

Ist selbstgekochtes Futter automatisch hochwertiger?

Nein.

Selbstgekochtes Futter kann hervorragend sein, wenn die Ration professionell berechnet wurde.

Nach Gefühl zusammengestellte Mahlzeiten aus Fleisch, Gemüse und Beilagen können dagegen langfristig bei Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen oder Fettsäuren unausgewogen sein.

Für eine dauerhafte Selbstkoch-Ration empfehlen wir deshalb eine fachlich fundierte Ernährungsplanung.

Wie stellen wir ein neues Futter am besten um?

Bei vielen Hunden funktioniert eine schrittweise Umstellung über mehrere Tage gut.

Dabei erhöhen wir den Anteil des neuen Futters langsam und reduzieren gleichzeitig das bisherige.

Sehr robuste Hunde benötigen nicht immer eine lange Übergangsphase. Bei empfindlicher Verdauung kann ein langsamer Wechsel jedoch helfen.

Bei medizinischen Diäten oder Allergiediagnostik sollten wir uns an die tierärztlichen Vorgaben halten.

Wie viele Leckerlis dürfen wir geben?

Als praktische Orientierung werden häufig höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Kalorien für Leckerlis und andere Extras empfohlen.

Das ist besonders im Training relevant.

Kleine Belohnungen erlauben viele positive Rückmeldungen, ohne dass daraus unbemerkt eine zweite Tagesration entsteht.

Warum kann ein hochwertiges Futter mit weniger Gramm auskommen?

Futtermittel besitzen unterschiedliche Energiedichten.

Ein konzentriertes Futter kann pro Gramm deutlich mehr Energie liefern und deshalb eine kleinere Tagesmenge erfordern.

Die Größe der Portion sagt allein also wenig über Qualität oder Versorgung aus.

Entscheidend sind Kalorien, vollständige Nährstoffversorgung und die Entwicklung des individuellen Hundes.

Woran merken wir, ob das Futter unserem Hund bekommt?

Wir schauen auf das Gesamtbild.

Stabile Körperkondition, gute Muskulatur, normale Aktivität, weitgehend ruhige Verdauung, gut geformter Kot sowie gesunde Haut und gepflegtes Fell sind positive Hinweise.

Keines dieser Merkmale allein beweist jedoch, dass ein Futter perfekt ist.

Bei anhaltenden Verdauungsproblemen, Juckreiz, Gewichtsverlust oder anderen Beschwerden sollte medizinisch abgeklärt werden, ob tatsächlich das Futter die Ursache ist.

Unser FlauschPalast-Fazit ✨💚

Artgerechte Hundeernährung bedeutet für uns nicht, jedem Trend hinterherzulaufen oder einzelne Zutaten zu verteufeln.

Sie bedeutet, den Hund und seinen tatsächlichen Bedarf ernst zu nehmen.

Wir wünschen uns einen Napf mit hochwertiger tierischer Substanz, guten Protein- und Fettquellen, vollständiger Nährstoffversorgung und sinnvoll eingesetzten pflanzlichen Begleitern.

Gemüse, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Beeren, Kräuter oder Hülsenfrüchte können dabei ihren Platz haben.

Bei Getreide bleiben wir bewusst zurückhaltend.

Unser Ideal ist getreidefrei oder sehr getreidearm. Ein kleiner Anteil macht eine ansonsten ausgezeichnete Rezeptur für uns jedoch nicht automatisch minderwertig.

Entscheidend ist, dass Getreide nicht die Statik des Futters übernimmt und hochwertige tierische Zutaten verdrängt.

Genauso wenig lassen wir uns allein vom Wort „getreidefrei“ überzeugen. Ein hochwertiger Napf braucht mehr als ein gutes Marketingversprechen.

Unsere Linie ist deshalb klar:

So wenig Getreide wie sinnvoll möglich. Eine hochwertige tierische Grundlage. Pflanzliche Begleiter dort, wo sie einen sinnvollen Beitrag leisten. Eine vollständige Versorgung für die jeweilige Lebensphase. Und immer den individuellen Hund im Blick.

Denn ein guter Napf soll nicht möglichst beeindruckend klingen.

Er soll unseren Flauschfreund zuverlässig versorgen, zu seinem Leben passen und ihn jeden Tag ein kleines Stück auf seinem Weg begleiten.

Das ist für uns hochwertige Hundeernährung. 🥩🐶💚

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